Kurzfassung
Die einfache Entscheidungshilfe.
Viele Internetanbieter bieten einen Router zur Miete an. Das kann angenehm sein, weil Einrichtung, Austausch und Support oft einfacher wirken. Gleichzeitig summieren sich monatliche Mietkosten über die Vertragslaufzeit.
In Deutschland gilt grundsätzlich freie Routerwahl. Das bedeutet: Sie müssen nicht automatisch das Gerät des Anbieters nehmen. Wichtig ist aber, dass der Router technisch zum Anschluss, zur Anschlussart und zum gebuchten Tarif passt.
Eigener Router kann sich lohnen
Sie nutzen den Anschluss länger, möchten laufende Mietkosten vermeiden und wählen ein passendes, aktuelles Gerät.
Mietrouter kann bequem sein
Sie möchten wenig Technikaufwand, einfache Einrichtung und Austausch über den Anbieter. Die Kosten sollten aber sichtbar sein.
Nicht blind übernehmen
Ein Router ist kritisch, wenn er technisch nicht passt, keine Updates bekommt oder die Miete über die Laufzeit unnötig hoch wird.
Routermiete über 24 Monate sichtbar machen.
Bei Internetverträgen wird oft auf den monatlichen Tarifpreis geschaut. Die Routermiete fällt daneben manchmal weniger auf. Über 24 Monate kann sie aber ein spürbarer Kostenblock sein.
| Rechenbeispiel | Monatliche Routermiete | Kosten über 24 Monate |
|---|---|---|
| Beispiel A | 5 Euro | 120 Euro |
| Beispiel B | 8 Euro | 192 Euro |
| Beispiel C | 10 Euro | 240 Euro |
Das sind nur Rechenbeispiele. Entscheidend sind die tatsächlichen Konditionen Ihres Tarifs. Rechnen Sie Routermiete, Versand, Anschlusskosten und Preis nach der Rabattphase zusammen.
DSL, Kabel und Glasfaser: Der Router muss passen.
Nicht jeder Router funktioniert an jedem Anschluss. Vor dem Kauf oder der Miete sollte klar sein, welche Technik bei Ihnen anliegt.
DSL
DSL-Router brauchen ein passendes DSL-Modem. Wichtig sind Anschlussstandard, Telefoniefunktionen und ausreichend starkes WLAN.
Kabel
Kabelanschlüsse benötigen einen Kabelrouter oder ein Kabelmodem. Gebrauchte Geräte sollten frei nutzbar und beim Anbieter freischaltbar sein.
Glasfaser
Bei Glasfaser hängt es vom Anschluss ab: Manchmal gibt es ein separates Glasfasermodem, manchmal braucht der Router einen passenden Glasfaseranschluss.
Welche Router passen zu DSL, Kabel und Glasfaser?
Die folgenden Modelle sind Beispiele zur Orientierung. Sie ersetzen keine Kompatibilitätsprüfung beim Anbieter. Entscheidend sind Anschlussart, gebuchte Geschwindigkeit, Telefonie, WLAN-Bedarf und bei Kabel oder Glasfaser die Aktivierbarkeit am konkreten Anschluss.
Aktuelles Modell, passende Technik
Gute Wahl, wenn Router, Anschlussart und Tarifgeschwindigkeit zusammenpassen und Updates verfügbar sind.
Gebraucht nur mit Prüfung
Sinnvoll möglich, aber Modellversion, Updateversorgung, Zustand und Zubehör müssen stimmen.
Risiko bei alten oder gebundenen Geräten
Besonders bei gebrauchten Kabelroutern: Nur kaufen, wenn das Gerät abgemeldet und beim Anbieter aktivierbar ist.
DSL/VDSL-Router
| Modell | Anschlussart | Modellzeitraum | Geeignet für | WLAN | Vorteile | Nachteile | Gebraucht kaufen | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FRITZ!Box 7530 AX | DSL/VDSL inklusive Supervectoring | Seit etwa 2020, weiterhin häufig erhältlich | DSL-Tarife bis 250/300 Mbit/s | Wi-Fi 6 | Kompakt, sparsam, Mesh, Telefonie, guter Allrounder | WLAN und Ausstattung schwächer als bei größeren Modellen | Ja wenn Updateversorgung und Zubehör passen | Singles, Paare, kleine Familien, normale DSL-Haushalte |
| FRITZ!Box 7590 AX | DSL/VDSL inklusive Supervectoring | Seit etwa 2021, gehobene DSL-Klasse | DSL-Tarife bis 250/300 Mbit/s, viele Geräte | Wi-Fi 6 | Starkes WLAN, viele Anschlüsse, gute Telefonie- und Mesh-Funktionen | Teurer und größer; bei Gebrauchtgeräten Modellvariante prüfen | Ja mit Blick auf Hardware-Version und Zustand | Familien, Homeoffice, größere Wohnungen |
| Telekom Speedport Smart 4 | DSL/VDSL, vor allem Telekom-Anschlüsse | Seit etwa 2021, häufig bei Telekom-Kunden | DSL-Tarife bis 250/300 Mbit/s | Wi-Fi 6 | Einfache Einrichtung im Telekom-Umfeld, Mesh mit Speed Home WLAN | Weniger flexibel als FRITZ!Box; besonders sinnvoll im Telekom-Ökosystem | Mit Vorsicht Mietgerät, Eigentum und Firmware prüfen | Telekom-Kunden, die einfache Einrichtung möchten |
| TP-Link Archer VR2100v | DSL/VDSL mit Telefoniefunktionen | Seit etwa 2019/2020, häufig gebraucht zu finden | DSL-Tarife bis 250/300 Mbit/s | Wi-Fi 5 | Oft günstige Alternative, solide Grundfunktionen | Kein Wi-Fi 6, weniger verbreitetes Telefonie- und Mesh-Ökosystem | Mit Vorsicht Firmware, Telefonie und Anbieterprofil prüfen | Preisbewusste Nutzer mit überschaubarem WLAN-Bedarf |
Kabelrouter
Ein gebrauchter Kabelrouter muss beim alten Anbieter abgemeldet sein und am neuen Anschluss aktiviert werden können. Ohne saubere Abmeldung kann ein Gerät trotz passender Technik unbrauchbar sein. Fragen Sie vor dem Kauf nach Zustand, Seriennummer/MAC-Aktivierbarkeit und ob es sich wirklich um ein freies Kaufgerät handelt.
| Modell | Anschlussart | Modellzeitraum | Geeignet für | WLAN | Vorteile | Nachteile | Gebraucht kaufen | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FRITZ!Box 6660 Cable | Kabelinternet, DOCSIS 3.1 | Seit etwa 2020, verbreitet | Kabeltarife bis Gigabit, je nach Anbieter | Wi-Fi 6 | Kompakt, 2,5-Gbit-Port, moderne Kabeltechnik | WLAN nicht so stark wie bei 6690 Cable | Mit Vorsicht nur abgemeldet und aktivierbar | Kleine bis mittlere Kabelhaushalte |
| FRITZ!Box 6690 Cable | Kabelinternet, DOCSIS 3.1 | Seit etwa 2022, leistungsstarke Kabelklasse | Gigabit-Kabeltarife, viele Geräte | Wi-Fi 6 | Starkes WLAN, 2,5-Gbit-Port, gute Ausstattung | Größer und meist teurer als kleinere Kabelrouter | Mit Vorsicht Aktivierbarkeit schriftlich zusichern lassen | Familien, Homeoffice, große Wohnungen, viele Geräte |
| FRITZ!Box 6670 Cable | Kabelinternet, DOCSIS 3.1 | Seit etwa 2024, moderne Kabelgeneration | Gigabit-Kabeltarife, zukunftsorientierte Haushalte | Wi-Fi 7 | Sehr modernes WLAN, 2,5-Gbit-Port, Smart-Home-Optionen | Nur sinnvoll, wenn Endgeräte und Haushalt die neue Technik nutzen | Mit Vorsicht gebraucht noch genau prüfen | Technikaffine Haushalte mit Kabelanschluss |
| FRITZ!Box 6490 Cable | Kabelinternet, DOCSIS 3.0 | Älteres Modell, seit den 2010er-Jahren verbreitet | Eher ältere oder kleinere Kabeltarife, nicht erste Wahl für Gigabit | Wi-Fi 5 | Häufig gebraucht zu finden, für einfache Nutzung teils ausreichend | Alt, kein DOCSIS 3.1, Update- und Aktivierungsrisiko, für moderne Gigabit-Tarife eingeschränkt | Eher nein nur in Sonderfällen mit sehr genauer Prüfung | Nur einfache Nutzung und nur, wenn Anbieteraktivierung sicher ist |
Glasfaserrouter
| Modell | Anschlussart | Modellzeitraum | Geeignet für | WLAN | Vorteile | Nachteile | Gebraucht kaufen | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FRITZ!Box 5590 Fiber | Direkter Glasfaseranschluss per SFP, je nach Standard | Seit etwa 2022, starke Fiber-Klasse | Glasfasertarife bis 1000 Mbit/s und darüber, wenn Anschluss/Provider passen | Wi-Fi 6 | Direkt an Glasfaser nutzbar, starkes WLAN, 2,5-Gbit-WAN/LAN | Glasfaserstandard und Freischaltung müssen exakt passen | Mit Vorsicht SFP-Modul, Anbieterfreigabe und Zustand prüfen | Glasfaserhaushalte mit hohem Anspruch |
| FRITZ!Box 5530 Fiber | Direkter Glasfaseranschluss per SFP, je nach Standard | Seit etwa 2020, kompakter Glasfaser-Einstieg | Glasfasertarife bis 1000 Mbit/s, je nach Anschluss | Wi-Fi 6 | Kompakt, direkte Glasfaser, 2,5-Gbit-Port | WLAN und Anschlüsse schwächer als bei 5590 Fiber | Mit Vorsicht passendes SFP-Modul und Providerfreigabe prüfen | Kleine bis mittlere Glasfaserhaushalte |
| FRITZ!Box 4060 hinter ONT | Ethernet-WAN hinter Glasfasermodem/ONT | Seit etwa 2022, Netzwerkrouter ohne eigenes Modem | Glasfaser über ONT, auch schnelle Tarife je nach WAN-Port | Wi-Fi 6 | Unabhängig vom Glasfaserstandard, starkes WLAN, einfacher Betrieb hinter ONT | Benötigt separates ONT; Telefonie muss sauber eingerichtet werden | Ja wenn Netzteil, Zustand und Updates passen | Haushalte mit vorhandenem Glasfasermodem/ONT |
| Günstige WAN-Router von ASUS/TP-Link hinter ONT | Ethernet-WAN hinter Glasfasermodem/ONT | Laufende Modellfamilien, Ausstattung stark abhängig vom Modell | Je nach WAN-Port: 1 Gbit/s oft ausreichend, 2,5 Gbit/s für schnellere Tarife prüfen | Wi-Fi 5, Wi-Fi 6, Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7 je nach Modell | Große Auswahl, oft preislich attraktiv, gute WLAN-Leistung möglich | Telefonie, Updates, Datenschutz- und App-Funktionen je nach Hersteller sehr unterschiedlich | Mit Vorsicht genaue Modellnummer und Firmware prüfen | Nutzer, die kein integriertes Modem brauchen und Technik selbst einrichten können |
Gebrauchtkauf-Checkliste für Kleinanzeigen
- Exakte Modellbezeichnung, Hardware-Version und Artikelnummer zeigen lassen.
- Prüfen, ob es ein freies Kaufgerät ist und kein zurückzugebendes Mietgerät.
- Bei Kabelroutern: Abmeldung beim alten Anbieter und Aktivierbarkeit ausdrücklich bestätigen lassen.
- Nach aktueller Firmware, Werksreset und funktionierendem Netzteil fragen.
- Bei Glasfaser: passenden Standard prüfen, zum Beispiel AON, GPON, XGS-PON oder Betrieb hinter ONT.
- Rückgabe oder Käuferschutz bevorzugen, wenn Aktivierung oder Zustand unsicher sind.
- Keine sensiblen Vertragsdaten verschicken und vor dem Kauf keine unnötigen persönlichen Daten teilen.
Wenn unklar ist, ob 100, 250, 500 oder 1000 Mbit/s sinnvoll sind, starten Sie mit dem Bedarfsrechner. Danach lässt sich besser einschätzen, ob ein einfacher Router reicht oder ein stärkeres Modell sinnvoll ist.
Gebrauchte FRITZ!Box oder neuer Router?
Eine gebrauchte FRITZ!Box oder ein anderer gebrauchter Markenrouter kann günstiger sein. Das ist aber nur sinnvoll, wenn das Modell technisch passt, weiterhin Sicherheitsupdates erhält und nicht an einen alten Vertrag gebunden ist.
Bei Kabelroutern sollte besonders genau geprüft werden, ob das Gerät frei nutzbar ist und vom Anbieter aktiviert werden kann. Bei DSL und Glasfaser zählen Anschlussstandard, Telefonie und WLAN-Leistung.
Kann der Router meinen Anschluss technisch bedienen, bekommt er Updates und ist die Einrichtung für mich machbar? Wenn eine dieser Fragen unsicher ist, ist ein Mietrouter manchmal der ruhigere Weg.
Wann mieten, wann kaufen?
Ein Mietrouter passt gut, wenn Sie wenig Aufwand möchten, einen Ansprechpartner bevorzugen und ein Austauschgerät im Problemfall wichtig ist.
Ein eigener Router passt gut, wenn Sie länger planen, die laufende Miete vermeiden möchten und ein Gerät wählen, das zum Anschluss passt. Besonders bei längerer Nutzung lohnt sich der Blick auf die 24-Monats-Kosten.
Vor der Entscheidung prüfen
- Welche Anschlussart liegt an: DSL, Kabel oder Glasfaser?
- Ist freie Routerwahl im Tarif praktisch umsetzbar?
- Wie hoch ist die Routermiete über 24 Monate?
- Bekomme ich Sicherheitsupdates für das Gerät?
- Passt der Router zu Telefonie, WLAN und Tarifgeschwindigkeit?
FAQ
Häufige Fragen zu Routern.
Muss ich den Router vom Internetanbieter nehmen?
Nein. In Deutschland gilt grundsätzlich freie Routerwahl. Sie können ein eigenes geeignetes Gerät nutzen, wenn es technisch zum Anschluss und Tarif passt.
Wann lohnt sich ein Mietrouter?
Ein Mietrouter kann sich lohnen, wenn Sie eine einfache Lösung möchten, wenig Technikaufwand wünschen oder Austausch und Support über den Anbieter wichtig sind.
Wann lohnt sich ein eigener Router?
Ein eigener Router kann sich lohnen, wenn Sie den Anschluss länger nutzen, die laufende Miete vermeiden möchten und ein technisch passendes Gerät wählen.
Kann ich eine gebrauchte FRITZ!Box verwenden?
Ja, wenn das Modell zum Anschluss passt, frei nutzbar ist und weiterhin Sicherheitsupdates erhält. Bei Kabelanschlüssen sollte besonders auf die Freischaltung und Kompatibilität geachtet werden.
Worauf muss ich bei DSL, Kabel und Glasfaser achten?
DSL benötigt einen DSL-kompatiblen Router, Kabel einen Kabelrouter bzw. ein Kabelmodem und Glasfaser je nach Anschluss ein Glasfasermodem oder einen Router mit passendem Glasfaseranschluss.
Wie viel kostet Routermiete über 24 Monate?
Das hängt von der monatlichen Miete ab. Als Rechenbeispiel ergeben 5 Euro pro Monat 120 Euro in 24 Monaten, 8 Euro pro Monat 192 Euro und 10 Euro pro Monat 240 Euro.