Routermiete ist bequem, aber nicht automatisch günstig. Bei 6,95 Euro monatlich zahlen Sie in 48 Monaten bereits 333,60 Euro. Bei 9,99 Euro monatlich sind es in 60 Monaten fast 600 Euro. Ein eigener Router kann sich deshalb lohnen, wenn er mehrere Jahre genutzt wird und technisch zum Anschluss passt.
Warum die Routermiete oft unterschätzt wird
Viele Menschen schauen beim Internetvertrag zuerst auf den monatlichen Tarifpreis. Die Routermiete wirkt daneben wie ein kleiner Zusatzbetrag. Genau hier liegt die Kostenfalle: Ein Router für 4,99 Euro, 6,95 Euro oder 9,99 Euro pro Monat kostet nicht nur einmal Geld, sondern jeden Monat wieder.
Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Ein Mietrouter kann bequem sein, weil Einrichtung, Austausch und Support oft einfacher laufen. Trotzdem sollte man vorher rechnen. Denn nach einigen Jahren kann ein gekaufter Router günstiger sein.
Routermiete gehört in den echten Monatspreis des Internetanschlusses. Wenn der Tarif 39,99 Euro kostet und der Router 6,95 Euro monatlich kostet, zahlen Sie praktisch 46,94 Euro pro Monat — ohne weitere Extras.
Was kostet Routermiete über 24, 48 und 60 Monate?
Die folgende Tabelle zeigt, wie stark sich kleine Monatsbeträge summieren. Die Werte sind einfache Rechenbeispiele ohne Versand, Austauschgebühren oder mögliche Zusatzgeräte.
| Routermiete pro Monat | Kosten nach 24 Monaten | Kosten nach 48 Monaten | Kosten nach 60 Monaten |
|---|---|---|---|
| 2,99 € | 71,76 € | 143,52 € | 179,40 € |
| 4,99 € | 119,76 € | 239,52 € | 299,40 € |
| 6,95 € | 166,80 € | 333,60 € | 417,00 € |
| 9,99 € | 239,76 € | 479,52 € | 599,40 € |
Ab wann lohnt sich ein eigener Router?
Ein eigener Router lohnt sich meistens dann, wenn Sie Ihren Anschluss länger nutzen und der Kaufpreis nach einiger Zeit niedriger ist als die Mietkosten. Wichtig ist aber: Der Router muss zur Anschlussart passen und sollte noch Sicherheitsupdates bekommen.
Ein einfaches Beispiel: Kostet ein eigener Router 190 Euro und die Routermiete 6,95 Euro pro Monat, ist der Kauf nach rund 28 Monaten rechnerisch günstiger. Bei 9,99 Euro Monatsmiete wäre der Kaufpreis von 190 Euro schon nach etwa 19 Monaten erreicht.
Monatsmiete × Nutzungsdauer = Mietkosten
Danach vergleichen Sie: Sind die Mietkosten höher als der Kaufpreis eines passenden Routers?
Mietrouter: bequem, aber laufende Kosten
Ein Mietrouter kann sinnvoll sein, wenn Sie möglichst wenig Aufwand möchten. Das Gerät kommt direkt vom Anbieter, passt meistens zum Tarif und ist oft einfacher einzurichten. Bei einem Defekt ist der Austausch häufig unkomplizierter als bei einem selbst gekauften Gerät.
Der Nachteil: Die Miete läuft weiter. Auch dann, wenn der Router rechnerisch längst bezahlt wäre. Außerdem gehört Ihnen das Gerät nicht. Nach Vertragsende muss es in der Regel zurückgeschickt werden.
Vorteile der Routermiete
- einfache Bestellung mit dem Internetvertrag
- Gerät passt meist direkt zum Anschluss
- Support durch den Anbieter oft einfacher
- Austausch bei Defekt häufig unkompliziert
- gut für Menschen, die keine Technikdetails prüfen möchten
Nachteile der Routermiete
- dauerhafte monatliche Zusatzkosten
- über Jahre oft teurer als ein Kauf
- Router gehört Ihnen nicht
- Rücksendung nach Vertragsende nötig
- bei langen Laufzeiten kann die Miete zur Kostenfalle werden
Kaufrouter: einmal zahlen, länger nutzen
Ein gekaufter Router kostet am Anfang mehr, kann dafür aber mehrere Jahre genutzt werden. Das lohnt sich besonders, wenn Sie selten den Anschluss wechseln, ein gutes WLAN möchten oder bestimmte Funktionen brauchen, zum Beispiel Mesh, Gast-WLAN, Kindersicherung, Telefonie oder viele LAN-Anschlüsse.
Der Kauf ist aber nur sinnvoll, wenn das Modell technisch passt. Ein DSL-Router funktioniert nicht automatisch am Kabelanschluss. Ein Kabelrouter ist nicht automatisch für Glasfaser geeignet. Und bei Glasfaser hängt viel davon ab, ob ein Glasfasermodem vorhanden ist oder der Router direkt an die Glasfaserleitung soll.
DSL, Kabel oder Glasfaser: Der Router muss passen
| Anschlussart | Was wird benötigt? | Worauf achten? |
|---|---|---|
| DSL / VDSL | DSL-Router mit passendem Modem | VDSL, Supervectoring, Telefonie und WLAN-Standard prüfen. |
| Kabelinternet | Kabelrouter oder Kabelmodem plus Router | Gebrauchte Kabelrouter müssen abgemeldet und aktivierbar sein. |
| Glasfaser | Glasfaserrouter oder WAN-Router hinter Glasfasermodem/ONT | Vorher klären, wo der Netzabschluss liegt und welche Zugangsdaten nötig sind. |
In Deutschland gilt grundsätzlich freie Routerwahl. Sie dürfen also ein eigenes geeignetes Endgerät nutzen. Der Anbieter muss die nötigen Zugangsdaten und Informationen bereitstellen. Trotzdem sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob das konkrete Modell am Anschluss wirklich funktioniert.
Gebrauchte Router: günstig, aber genau prüfen
Ein gebrauchter Router kann eine gute Lösung sein, wenn er technisch passt und noch Updates bekommt. Gerade ältere FRITZ!Box- oder Speedport-Modelle sind oft günstig zu finden. Trotzdem sollte man nicht blind kaufen.
- exakte Modellnummer prüfen, nicht nur den Namen
- Updateversorgung und Sicherheitsstand kontrollieren
- Netzteil und Zubehör mit einplanen
- bei Kabelroutern klären, ob das Gerät beim alten Anbieter abgemeldet ist
- kein Gerät kaufen, das noch als Mietgerät im Umlauf ist
- Router nach dem Kauf vollständig zurücksetzen
Typische Kostenfallen bei Routermiete
| Kostenfalle | Warum relevant? | Was tun? |
|---|---|---|
| Routermiete vergessen | Der Internetpreis wirkt günstiger, als er wirklich ist. | Routermiete immer zum Monatspreis addieren. |
| Preisaktion beim Tarif | Internetpreis steigt nach Monat 7, 13 oder 25. | Effektivpreis über 24 Monate rechnen. |
| Zusatzgeräte | Mesh-Repeater oder TV-Boxen können weitere Monatskosten verursachen. | Nur buchen, wenn wirklich nötig. |
| Rücksendung vergessen | Mietgeräte müssen nach Vertragsende meist zurück. | Rücksendeunterlagen aufbewahren und Frist notieren. |
| Falscher Kaufrouter | Ein günstiger Router hilft nicht, wenn er am Anschluss nicht funktioniert. | Anschlussart und Kompatibilität vorher prüfen. |
Für wen lohnt sich Router mieten?
Routermiete lohnt sich eher für Menschen, die es einfach möchten. Zum Beispiel für Senioren, Wenignutzer oder Haushalte, die keinen Aufwand mit Einrichtung und Modellwahl haben wollen. Auch wenn Sie den Anschluss nur kurz nutzen oder unsicher sind, welche Technik passt, kann ein Mietgerät die bequemere Lösung sein.
Für wen lohnt sich Router kaufen?
Ein Kauf lohnt sich eher für Haushalte, die den Anschluss länger nutzen, auf die Gesamtkosten achten und bereit sind, vorher kurz die passende Technik zu prüfen. Besonders bei 6,95 Euro oder 9,99 Euro Miete pro Monat kann ein guter eigener Router langfristig günstiger sein.
Entscheidungshilfe
Lieber mieten, wenn …
- Sie möglichst wenig Aufwand möchten
- Support und Austausch wichtiger sind als der niedrigste Preis
- Sie den Router nur begrenzt nutzen möchten
- Sie unsicher bei Anschlussart und Technik sind
Lieber kaufen, wenn …
- Sie den Router mehrere Jahre nutzen wollen
- Sie die Monatskosten niedrig halten möchten
- Sie gutes WLAN oder bestimmte Funktionen brauchen
- Sie vor dem Kauf die Kompatibilität prüfen können
Fazit: Routermiete ist bequem — aber nicht immer günstig
Routermiete ist keine schlechte Lösung. Sie ist bequem, einfach und für viele Menschen praktisch. Teuer wird sie vor allem dann, wenn sie über viele Jahre unbemerkt weiterläuft.
Wer langfristig sparen möchte, sollte Miete und Kaufpreis ehrlich vergleichen. Entscheidend ist nicht nur der Routerpreis, sondern die Nutzungsdauer, die Anschlussart, die Updateversorgung und der eigene Aufwand. Wenn ein eigener Router passt und mehrere Jahre genutzt wird, kann der Kauf oft die bessere Wahl sein.
Routerpreise und Mietpreise ändern sich regelmäßig. Die Beispiele in diesem Artikel dienen zur Orientierung. Maßgeblich sind immer die aktuellen Konditionen des jeweiligen Anbieters und die Vertragszusammenfassung vor Abschluss.