DSL, Glasfaser & Anbieterwechsel

DSL-Kupferabschaltung: Muss ich auf Glasfaser wechseln?

Das deutsche Kupfernetz wird langfristig durch modernere Netze ersetzt. Einen bundesweiten Termin, an dem plötzlich alle DSL-Anschlüsse abgeschaltet werden, gibt es 2026 aber nicht. Die Umstellung soll gebietsweise, reguliert und mit langem Vorlauf erfolgen. Wir erklären, was heute schon gilt – und was bislang nur vorgeschlagen ist.

Glasfaser ersetzt schrittweise einen älteren DSL-Kupferanschluss
Der Wechsel von Kupfer zu Glasfaser wird kein bundesweiter Schalter, sondern ein schrittweiser Prozess je Ausbaugebiet.
Das Wichtigste in Kürze
  • 2026 gibt es keinen bundesweiten Termin zur Abschaltung aller DSL- oder VDSL-Anschlüsse.
  • Nach der derzeitigen Rechtslage läuft die Kupferabschaltung gebietsweise. Die Deutsche Telekom als Betreiberin des regulierten Kupferzugangs muss eine geplante Außerbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur anzeigen; die Behörde prüft den Übergang.
  • Die Bundesnetzagentur erklärt Verbrauchern aktuell, dass zwischen erster Information und tatsächlicher Stilllegung in einem Gebiet voraussichtlich mindestens ein bis zwei Jahre liegen dürften.
  • Bevor Kupfer tatsächlich abgeschaltet wird, sollen betroffene Haushalte rechtzeitig und adressgenau informiert werden und Gelegenheit zum Technologiewechsel erhalten.
  • Eine Abschaltung bedeutet nicht automatisch: Sie müssen einen Glasfaservertrag bei der Telekom buchen. Entscheidend ist, welche geeigneten Angebote an Ihrer Adresse bestehen.
  • Die Bundesnetzagentur will sicherstellen, dass qualitativ zumindest vergleichbare Versorgung und Auswahlmöglichkeiten zwischen Anbietern erhalten bleiben.
  • Das 2026 veröffentlichte Regulierungskonzept schlägt unter anderem 80 % FTTH „Homes connected“ als Schwelle zur Einleitung eines Migrationsprozesses und längere Vorlaufphasen vor. Das ist ein regulatorisches Zielbild und kein heute automatisch geltender Abschaltplan.
  • Wenn an Ihrer Adresse bereits Glasfaser verfügbar ist, kann ein freiwilliger Wechsel sinnvoll sein – Preis, Anbieter, Router, Hausinstallation und Vertragslaufzeit sollten Sie trotzdem normal vergleichen.

Kaum ein Glasfaserthema sorgt derzeit für so viel Verunsicherung wie die Frage nach der „DSL-Abschaltung“. Manche Werbeaussagen klingen, als müsse jeder Haushalt sofort einen Glasfaservertrag unterschreiben, weil Kupfer in Kürze verschwinde. Andere erwecken den Eindruck, DSL werde noch jahrzehntelang unverändert weiterlaufen.

Beides ist zu pauschal. Richtig ist: Deutschland wird schrittweise von Kupfer auf moderne Netze migrieren. Richtig ist aber ebenso: Am 8. August 2026 existiert kein bundesweiter Abschalttermin, an dem alle DSL-Leitungen gleichzeitig außer Betrieb gehen.

Wenn an der Haustür mit einer angeblich unmittelbar bevorstehenden DSL-Abschaltung Druck gemacht wird

Unterschreiben Sie nicht allein wegen dieser Behauptung. Lassen Sie sich zeigen, welches konkrete Gebiet betroffen sein soll, wann die Abschaltung stattfinden soll und auf welcher offiziellen Information diese Aussage basiert. Eine echte gebietsbezogene Stilllegung soll mit erheblichem Vorlauf kommuniziert werden.

Was wird überhaupt abgeschaltet?

DSL und VDSL nutzen auf der letzten Strecke zum Kunden in der Regel Kupferdoppeladern. Auch moderne VDSL-, Vectoring- oder Supervectoring-Anschlüsse können auf einem Teil des Weges noch auf Kupfer beruhen.

Beim Übergang zu FTTH wird diese letzte Kupferstrecke durch Glasfaser bis in Haus oder Wohnung ersetzt.

TechnikLetzte StreckeEinordnung
ADSL / DSLKupfer bis zum Anschlussklassische Kupfertechnik
VDSL / Vectoring / SupervectoringGlasfaser oft bis zum Straßenverteiler, danach Kupferweiterhin kupferbasierter Teilnehmeranschluss
FTTBGlasfaser bis ins Gebäude, letzte Strecke ggf. andere Techniknicht automatisch FTTH
FTTHGlasfaser bis Haus/WohnungZieltechnologie der Kupfer-Glas-Migration

Die Anschlussarten erklären wir ausführlich in DSL, Kabel oder Glasfaser?.

Gibt es 2026 einen festen Termin für die DSL-Abschaltung?

Nein. Die Bundesnetzagentur schreibt ausdrücklich, dass es keinen bestimmten Zeitpunkt gibt, zu dem das Kupfernetz in ganz Deutschland vollständig ersetzt wird. Der Übergang soll schrittweise erfolgen und sich über die kommenden Jahre erstrecken.

Auch die Deutsche Telekom erklärte öffentlich, dass sie keinen pauschalen bundesweiten oder regionalen DSL-/VDSL-Abschalttermin genannt hat.

„2030 wird DSL abgeschaltet“ ist 2026 keine korrekte allgemeine Aussage

Politische Ausbauziele und regulatorische Migrationskonzepte sind nicht dasselbe wie ein verbindlicher Abschalttermin für jeden einzelnen DSL-Anschluss. Ob und wann eine konkrete Kupferleitung außer Betrieb geht, hängt vom jeweiligen Gebiet und dem regulatorischen Verfahren ab.

Wer entscheidet, wann ein Kupfergebiet abgeschaltet wird?

Die rechtliche Grundlage ist insbesondere § 34 TKG zur Migration von herkömmlichen Infrastrukturen.

Will ein Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht Teile seines Telekommunikationsnetzes außer Betrieb nehmen oder durch neue Infrastruktur ersetzen und würden dadurch auferlegte Zugangsprodukte wegfallen, muss es dies der Bundesnetzagentur rechtzeitig anzeigen – nach dem derzeitigen Gesetz mindestens ein Jahr vor Beginn der Außerbetriebnahme oder Ersetzung.

Die Anzeige muss unter anderem einen Zeitplan, die Bedingungen der Migration und alternative Zugangsprodukte beschreiben. Die Bundesnetzagentur prüft die Bedingungen des Übergangs und kann Vorgaben machen, damit Wettbewerb und Endnutzerrechte gewahrt bleiben.

Was bedeutet das für normale DSL-Kunden?

Für Verbraucher ist die aktuelle Aussage der Bundesnetzagentur sehr konkret: Betroffene DSL-Kunden sollen rechtzeitig, adressgenau und mit großem zeitlichen Vorlauf über den geplanten Umstieg und alternative Angebote informiert werden.

Die Behörde schreibt außerdem, dass erst dann stillgelegt werden darf, wenn alle Kunden Gelegenheit zu einem Technologiewechsel hatten. Zwischen erster Information und tatsächlicher Stilllegung dürften nach der aktuellen Verbraucherinformation mindestens ein bis zwei Jahre liegen.

Muss ich dann zwingend Glasfaser nehmen?

Wenn eine konkrete Kupferleitung tatsächlich abgeschaltet wird, kann der bisherige DSL-Anschluss über diese Leitung nicht unverändert weiterbetrieben werden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Betroffene denselben Glasfaservertrag beim bisherigen Anbieter buchen muss.

Die Bundesnetzagentur nennt als Ziel qualitativ und preislich vergleichbare Telekommunikationsdienste sowie Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Anbietern. Neben Glasfaser können in geeigneten Fällen auch andere Netze eine Rolle spielen – beispielsweise Kabel und ausnahmsweise gleichwertige Funklösungen.

Entscheidend ist die Dienstleistung, nicht die Farbe des Kabels

Wenn Ihr DSL-Gebiet irgendwann stillgelegt wird, sollten Sie prüfen, welche Alternativen tatsächlich an Ihrer Adresse angeboten werden: FTTH, Kabel, ein anderes Glasfasernetz oder in besonderen Situationen ein leistungsfähiger Funkanschluss. In vielen erschlossenen Gebieten wird FTTH die naheliegende Nachfolgetechnologie sein.

Muss ich Glasfaser bei der Telekom buchen?

Nicht allein deshalb, weil die Telekom das Kupfernetz betreibt.

Ein zentraler Punkt der Regulierung ist der Wettbewerb. Die Bundesnetzagentur prüft, ob Drittanbieter zu fairen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen Zugang zum neuen Zielnetz erhalten können. Wie groß die tatsächliche Auswahl an Ihrer Adresse ist, hängt vom konkreten Glasfasernetz und den dort vorhandenen Vorleistungs- beziehungsweise Open-Access-Vereinbarungen ab.

Was passiert, wenn Deutsche Glasfaser, Stadtwerke oder ein anderer Anbieter gebaut haben?

In vielen Gebieten baut nicht die Telekom, sondern ein Wettbewerber FTTH. Die Bundesnetzagentur vertritt in ihrem Regulierungskonzept 2026 die Auffassung, dass für eine spätere Kupferabschaltung nicht entscheidend sein sollte, wer die Glasfaser gebaut hat. Maßgeblich sollen objektive Voraussetzungen wie Glasfaserabdeckung und funktionierender Dienstewettbewerb sein.

Das ist Teil des regulatorischen Zielbilds, für dessen vollständige Umsetzung nach Darstellung der Bundesnetzagentur zusätzliche gesetzliche Instrumente erforderlich sind.

Was schlägt die Bundesnetzagentur 2026 für die Zukunft vor?

Am 19. Januar 2026 veröffentlichte die Bundesnetzagentur ein Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration. Das Konzept beschreibt ein mögliches künftiges, stärker regelgebundenes Verfahren.

VorschlagBedeutung
80 % FTTH Homes connectedZur Einleitung eines Migrationsprozesses sollten mindestens 80 % der Haushalte und Unternehmensstandorte tatsächlich mit FTTH versorgt sein.
nahezu flächendeckend bei AbschaltungZum Zeitpunkt der tatsächlichen Abschaltung soll prinzipiell eine flächendeckende Glasfaserversorgung vorliegen.
Open Access / VorleistungenDrittanbieter sollen geeigneten Zugang zum Glasfasernetz erhalten.
12 Monate bis VermarktungsstoppMindestens zwölf Monate vor Ende der Kupfervermarktung soll die Abschaltung angezeigt sein.
24 Monate Vermarktungsstopp bis AbschaltungMindestens weitere 24 Monate vor der tatsächlichen Abschaltung sollen keine neuen Kupferangebote mehr vermarktet werden.
bundesweiter MigrationsplanEin übergeordneter Plan soll Start, Ende und Meilensteine transparent machen.
Diese Werte sind 2026 ein Regulierungsvorschlag, keine automatische Verbraucherfrist

Die Bundesnetzagentur sagt selbst, dass für ihr bevorzugtes regelgebundenes Modell die rechtlichen Grundlagen neu justiert werden müssen. Verwechseln Sie deshalb die 80-%-Schwelle oder die vorgeschlagenen 12-/24-Monats-Phasen nicht mit einem bereits bundesweit automatisch laufenden Abschaltmechanismus.

Was bedeutet „Homes connected“?

BegriffVereinfachtFür BNetzA-Konzept
Homes passedGlasfaser liegt am Grundstück/in der Nähefür die vorgeschlagene 80-%-Schwelle nicht ausreichend
FTTBGlasfaser endet im Gebäudeim 80-%-Kriterium nicht als FTTH „Homes connected“ gezählt
FTTH / Homes connectedGlasfaser tatsächlich bis Wohnung/Nutzungseinheit hergestelltrelevantes Kriterium des Vorschlags

Die Bundesnetzagentur betont im Konzept ausdrücklich, dass für die vorgeschlagene 80-%-Schwelle Glasfaser bis in die Wohnung beziehungsweise Nutzungseinheit zählen soll. Ein Kabel im Gehweg oder nur im Keller reicht dafür nicht automatisch.

Kann ich meinen DSL-Vertrag heute einfach behalten?

Solange Ihr Anschluss regulär angeboten und betrieben wird und Sie keine konkrete Mitteilung über eine Migration oder Vertragsänderung erhalten haben, besteht kein allgemeiner Grund, nur wegen einer angeblichen bundesweiten Abschaltung sofort zu wechseln.

Ein freiwilliger Glasfaserwechsel kann trotzdem sinnvoll sein. Wenn FTTH zu einem guten Preis verfügbar ist, bietet es technische Vorteile und langfristige Perspektive. Die Entscheidung sollte aber auf einem normalen Vergleich beruhen – nicht auf künstlichem Zeitdruck.

Wann würde ich freiwillig schon vorher wechseln?

  • wenn DSL deutlich zu langsam ist,
  • wenn viel Upload benötigt wird,
  • bei intensivem Homeoffice, Cloud und großen Dateien,
  • wenn der Glasfaser-Hausanschluss während der Ausbauphase günstig hergestellt wird,
  • wenn Sie langfristig ohnehin FTTH nutzen möchten,
  • wenn Sie eine Immobilie modernisieren und Leitungswege ohnehin neu planen.

Vor Abschluss sollten Effektivpreis, Mindestlaufzeit, Router, Telefonie, Baukosten und Anbieterwahl verglichen werden.

Wann kann Abwarten sinnvoll sein?

  • wenn DSL stabil und ausreichend ist,
  • wenn das aktuelle Glasfaserangebot deutlich teurer ist,
  • wenn mehrere Netzbetreiber Ausbau angekündigt haben,
  • wenn Eigentümer-/Mieterfragen noch ungeklärt sind,
  • wenn das angebotene Paket unnötig groß oder vertraglich ungünstig ist.

Wichtig: Zwischen Glasfaseranschluss ins Gebäude legen lassen und sofort einen langfristigen aktiven Tarif buchen sollte unterschieden werden.

Muss ich einen Glasfasertarif buchen, wenn die Leitung ins Haus gelegt wird?

Ein physischer Glasfaseranschluss und ein aktiver Internetvertrag sind zwei verschiedene Dinge. Ob eine Ausbauaktion den Hausanschluss an einen Tarifvertrag koppelt, hängt vom jeweiligen Anbieter und Ausbauvertrag ab.

Es gibt keine allgemeine Regel, nach der allein wegen einer vorhandenen Glasfaser im Gebäude sofort ein kostenpflichtiger Glasfasertarif genutzt werden muss.

Was passiert mit meinem Anbieter, wenn er heute Telekom-Kupfer nutzt?

Viele Anbieter verkaufen DSL-Produkte, ohne selbst die Kupferdoppelader zum Kunden zu besitzen. Sie kaufen Vorleistungen ein. Deshalb betrifft § 34 TKG nicht nur Technik, sondern auch die Frage, wie alternative Anbieter auf Ersatzprodukte migrieren können.

Ihr heutiger Anbieter kann nach einer Migration möglicherweise auch über das Glasfasernetz Leistungen anbieten – das hängt vom konkreten Zielnetz und den Vorleistungsvereinbarungen ab.

Kann statt Glasfaser auch Kabel angeboten werden?

Die aktuelle Verbraucherinformation der Bundesnetzagentur nennt neben Glasfaserdiensten auch Kabelnetze und in Ausnahmefällen gleichwertige Funkangebote als mögliche Alternativen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Kabelanschluss automatisch als Ersatz genügt. Die Bundesnetzagentur will im jeweiligen Verfahren sicherstellen, dass qualitativ zumindest vergleichbare Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sind.

Kann 5G meinen DSL-Anschluss ersetzen?

Technisch kann stationäres 5G an manchen Adressen ein sehr guter Internetzugang sein. Für die Kupfer-Glas-Migration ist Mobilfunk aber nicht pauschal mit FTTH gleichzusetzen.

Wenn Sie 5G als Hauptanschluss prüfen möchten, lesen Sie 5G zuhause als DSL-Ersatz.

Was passiert mit meiner Festnetznummer?

Eine technische Migration bedeutet nicht automatisch den Verlust Ihrer bekannten Rufnummer. Bei einem Anbieter- oder Technologiewechsel kann eine Weiterführung beziehungsweise Portierung möglich sein.

Prüfen Sie frühzeitig, ob nur die Technik wechselt oder auch der Diensteanbieter und ob Fax, Alarmanlage, Türsprechanlage oder Hausnotruf an der bisherigen Anschlussart hängen.

Was passiert mit meinem alten DSL-Router?

Ein reines DSL-Modem kann Glasfaser nicht direkt terminieren. Ein vorhandener Router kann hinter einem externen ONT teilweise weiterverwendet werden, wenn er einen geeigneten Ethernet-WAN-Port besitzt.

Mehr dazu im Ratgeber HÜP, Gf-TA, ONT und Router richtig unterscheiden.

Was gilt in Mietwohnungen?

Die Kupferabschaltung und die bauliche Herstellung eines Glasfaseranschlusses sind zwei unterschiedliche Ebenen. Bei Mietwohnungen und Mehrfamilienhäusern kommen Gebäudeeigentum, Inhouse-Verkabelung und Modernisierungsregeln hinzu.

Diese Fragen behandeln wir in Glasfaser in Mietwohnung und Mehrfamilienhaus.

Was bedeutet die Migration für Hausnotruf und ältere Technik?

Prüfen Sie vor dem Wechsel insbesondere:

  • Hausnotrufsysteme,
  • Alarmanlagen,
  • Aufzugnotruf,
  • Faxgeräte,
  • ältere Kartenterminals,
  • Türsprech- und Steueranlagen,
  • analoge Modems oder Spezialanschlüsse.

Bei sicherheitsrelevanter Technik sollte der jeweilige Hersteller oder Dienstleister bestätigen, dass die neue Anschlussart unterstützt wird.

Ist Glasfaser automatisch teurer als DSL?

Nein. Preise hängen von Anbieter, Geschwindigkeit, Ausbaugebiet, Aktionen, Router und Laufzeit ab. Vergleichen Sie insbesondere Grundpreis über die Mindestlaufzeit, Bereitstellung, Routerkosten, Preis nach Rabattmonaten und mögliche Baukosten.

Mehr dazu: Bonus und Effektivpreis richtig vergleichen.

Was ist mit Vertragslaufzeit und Kündigung?

Eine geplante Kupfermigration ist kein Grund, vorschnell einen neuen 24-Monats-Vertrag abzuschließen. Prüfen Sie den bestehenden Vertrag und das neue Angebot getrennt.

Die allgemeinen Regeln erklären wir in Internet ohne lange Vertragslaufzeit: Flex-Tarif oder 24 Monate?.

So erkennen Sie seriöse Information zur Kupferabschaltung

AussageEinordnung
„Ganz Deutschland wird 2030 von DSL abgeschaltet.“so pauschal falsch
„Ihr konkretes Gebiet soll nach einem regulierten Verfahren stillgelegt werden.“kann künftig zutreffen – offizielle Gebietsinfo prüfen
„Sie müssen heute unterschreiben, sonst haben Sie bald kein Internet.“Warnsignal
„Glasfaser ist langfristig die Nachfolgetechnologie von Kupfer.“zutreffende Grundrichtung
„Sie müssen zwingend den Glasfasertarif desselben Unternehmens nehmen.“nicht pauschal richtig
„Vor einer echten Abschaltung sollen Kunden lange vorher informiert werden.“entspricht der aktuellen BNetzA-Verbraucherinformation

Was sollte ich heute konkret tun?

  1. Keine Panikentscheidung treffen.
    Es gibt keinen bundesweiten kurzfristigen DSL-Abschalttermin.
  2. Verfügbarkeit an Ihrer Adresse prüfen.
    Ist FTTH bereits buchbar oder nur angekündigt?
  3. Hausanschluss und Tarif trennen.
    Prüfen, ob ein günstiger Ausbauanschluss unabhängig vom sofortigen Tarifwechsel sinnvoll ist.
  4. Anbieter vergleichen.
    Nicht automatisch beim bisherigen DSL-Anbieter bleiben.
  5. Effektivpreis berechnen.
    Rabatte, Router und Baukosten einbeziehen.
  6. Technik im Haus prüfen.
    Routerstandort, LAN, Telefonie und Sondergeräte berücksichtigen.
  7. Offizielle Schreiben aufbewahren.
    Bei einer echten Migration sind Termine und Alternativen entscheidend.
  8. Bei Haustürdruck schriftliche Unterlagen verlangen.
    Keine Entscheidung allein aufgrund mündlicher Abschaltbehauptungen.

Entscheidungsmatrix: Jetzt wechseln oder abwarten?

SituationSinnvolle Tendenz
DSL langsam, FTTH verfügbar, Preis ähnlichGlasfaser ernsthaft prüfen
DSL stabil und ausreichend, Glasfaser deutlich teurerkein Zeitdruck ohne konkrete Migrationsmitteilung
Hausanschluss im Ausbau gerade günstigphysischen Anschluss separat bewerten
Offizielles Schreiben zur gebietsbezogenen KupfermigrationAlternativen und Fristen sofort vergleichen
Nur Verkäufer behauptet „DSL wird bald abgeschaltet“nicht allein darauf vertrauen
Mehrere Glasfasernetze angekündigtAnbieter-/Ausbauentwicklung beobachten
Hausnotruf oder Spezialtechnik vorhandenKompatibilität vor Migration klären

Fazit: Kupfer wird verschwinden – aber nicht über Nacht

Die Richtung ist eindeutig, der persönliche Termin aber nicht.

DSL über Kupfer ist langfristig eine Auslauftechnologie und FTTH soll die zentrale Nachfolgeinfrastruktur werden. Trotzdem gibt es 2026 keinen bundesweit festgelegten Tag, an dem alle DSL-Anschlüsse abgeschaltet werden.

Nach geltendem Recht ist die Stilllegung ein gebietsbezogener regulatorischer Prozess. Die Bundesnetzagentur will sicherstellen, dass Kunden rechtzeitig informiert werden, Alternativen erhalten und der Wettbewerb nicht verloren geht.

Das Regulierungskonzept von 2026 zeigt die gewünschte Richtung: hohe tatsächliche FTTH-Abdeckung, Open Access und lange Vorlaufphasen. Bis daraus ein vollständig regelgebundener Automatismus wird, sind jedoch rechtliche und regulatorische Schritte nötig.

Für Verbraucher heißt das: Glasfaser ruhig frühzeitig prüfen – aber nie aus Angst vor einer angeblich unmittelbar bevorstehenden pauschalen DSL-Abschaltung unterschreiben.

Häufige Fragen zur DSL-Kupferabschaltung

Wann wird DSL in Deutschland abgeschaltet?

2026 gibt es keinen bundesweiten Abschalttermin. Der Übergang soll gebietsweise erfolgen. Für konkrete Stilllegungen ist ein regulatorisches Verfahren vorgesehen.

Wird DSL 2030 abgeschaltet?

Ein allgemeiner verbindlicher Abschalttermin für alle DSL-Anschlüsse im Jahr 2030 existiert derzeit nicht. Ausbau- und Gigabitziele dürfen nicht mit einem individuellen DSL-Abschalttermin verwechselt werden.

Muss ich jetzt schon auf Glasfaser wechseln?

Nein, nicht allein wegen der allgemeinen Kupfer-Glas-Migration. Wenn Sie keine konkrete Mitteilung zu Ihrem Anschluss erhalten haben, besteht kein bundesweiter unmittelbarer Abschaltzwang.

Wie lange vorher werde ich informiert?

Die Bundesnetzagentur erklärt aktuell, dass Kunden rechtzeitig und mit großem Vorlauf adressgenau informiert werden sollen. Zwischen erster Information und tatsächlicher Stilllegung dürften nach ihrer Verbraucherinformation mindestens ein bis zwei Jahre liegen.

Muss ich nach der Kupferabschaltung Telekom-Glasfaser nehmen?

Nicht automatisch. Die Regulierung soll Auswahlmöglichkeiten zwischen Diensteanbietern und geeignete alternative Angebote sichern. Welche Anbieter konkret verfügbar sind, hängt vom Zielnetz in Ihrem Gebiet ab.

Was bedeutet die 80-Prozent-Regel?

Die Bundesnetzagentur schlägt 2026 vor, einen Migrationsprozess künftig ab mindestens 80 Prozent tatsächlich angeschlossener FTTH-Haushalte und Unternehmensstandorte in einem Gebiet einleiten zu können. Das ist ein regulatorisches Zielmodell und kein automatischer bundesweiter Mechanismus.

Was ist der Unterschied zwischen Homes passed und Homes connected?

Homes passed bedeutet vereinfacht, dass Glasfaser in der Nähe vorbeiführt. Homes connected bedeutet im BNetzA-Konzept, dass FTTH tatsächlich bis zur Wohnung beziehungsweise Nutzungseinheit hergestellt ist.

Kann Kabel statt Glasfaser DSL ersetzen?

Grundsätzlich können auch andere qualitativ geeignete Netze eine Rolle spielen. Die Bundesnetzagentur nennt neben Glasfaser auch Kabel und in Ausnahmefällen gleichwertige Funkangebote.

Was passiert mit meiner Festnetznummer?

Ein Technologiewechsel bedeutet nicht automatisch den Verlust der Rufnummer. Je nach Anbieter- und Vertragskonstellation kann sie weitergeführt oder portiert werden.

Kann ich meinen alten Router weiterverwenden?

Ein reines DSL-Modem kann nicht direkt an passive Glasfaser. Ein Router kann hinter einem externen ONT teilweise weiterlaufen, wenn er einen geeigneten Ethernet-WAN-Port und die nötige Anbieterunterstützung besitzt.

Was soll ich bei Druck an der Haustür tun?

Verlangen Sie schriftliche Informationen zum konkreten Ausbaugebiet und Abschalttermin und unterschreiben Sie nicht allein wegen mündlichen Zeitdrucks.

Ist das Regulierungskonzept von 2026 bereits Gesetz?

Nein. Es beschreibt das bevorzugte Zielbild der Bundesnetzagentur und enthält Vorschläge für einen künftig regelgebundeneren Prozess. Maßgeblich bleibt der jeweils geltende Rechtsstand.

Wichtige Quellen und Grundlagen

Das regulatorische Verfahren entwickelt sich weiter. Das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur von Januar 2026 enthält Vorschläge, die nicht vollständig mit der derzeit geltenden Rechtslage gleichgesetzt werden dürfen. Für eine konkrete Abschaltung sind immer die adressbezogenen Informationen, das jeweilige Migrationsverfahren und der dann geltende Rechtsstand maßgeblich. Informationsstand: 8. August 2026.

Über den Autor

Norman Henkler ist Gründer und Redakteur von VergleichDeinTarif. Als ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration beschäftigt er sich mit Festnetz, Glasfaser, Routern und verständlicher technischer Verbraucherberatung.